Die Firmengeschichte von Radar Music


Begonnen hatte alles in den Jahren 1972/75 mit Schallplatteneinzelaufnahmen. Helmut Jacobs beschäftigte sich seit seinem 17. Lebensjahr hobbymäßig mit Schallplatteneinzelschnitten und hatte seine Aufnahmeanlage immer weiter ausgebaut und erweitert. Er traf 1972 auf Manfred Wehrhahn, der ihn animierte, bestehende Möglichkeiten kommerziell zu nutzen.

Im Oktober 1974 wurde die erste Folienschneideanlage für Stereoschnitte in Betrieb genommen. Die Einzelaufnahmen in Stereo wurden schließlich für Bands und Solisten als Demo, Geschenk oder Erinnerungen propagiert. Das Interesse war so groß, dass man mit der Nachfrage nur schwer Schritt halten konnte.

Zu dieser Firmengeschichte der Grammophonschnitte trug der Umstand positiv bei, dass Helmut Jacobs Chemie studierte. Er fertigte das Rohmaterial, die so genannten Lackfolien in befriedigender Qualität, die damals am Markt selbst nicht mehr erhältlich waren. Es waren nur noch die für jede Pressung notwendigen Masterplatten vorrätig, die zur Serienfertigung benötigt wurden. Für Einzelschnitte gab es kein Material mehr.


Aufgrund der häufigen Nachfrage wurden 1975 auch Lohnpressungen ins Vertriebsprogramm aufgenommen. Durch eigene Fertigung der Folienschnitte und Handkonfektionierung der Hüllen konnte so ein wesentlicher Preisvorteil gegenüber ähnlichen Firmen errungen werden.

Mitte 1976 wurden verschiedene Künstler unter Vertrag genommen.

Am 18.12.1976 veranstaltete New Blood Schallplatten ein Musikfestival in der Wolkenburg, an dem Künstler wie z. B. Athon Re, Höhner, Twilight, Jennifer, Tibet, Pancake usw. teilnahmen.

Die Firma New Blood Schallplatten war zu diesem Zeitpunkt einmalig in Deutschland, da sie schlummernden Talenten die Möglichkeit eröffnete, preiswert ihre Werke auf LP oder Single zu verewigen.

New Blood Schallplatten besteht fort, und zwar heute unter Radar Music Gregor Arz und Manfred Wehrhahn in Köln. Wegen des Todes von Helmut Jacobs am 19.02.1977 war es viele Jahre ruhig um New Blood Schallplatten gewesen.


Hemut Jacobs/Manfred Wehrhahn 1975

Zurzeit beschäftigen sich Manfred Wehrhahn und Gregor Arz unter anderem auch wieder mit Produktionen aus vergangenen Tagen, da das Interesse an alten New-Blood-Produktionen und den Labeln, wie Sound Record, Popcorn, New Blood Schallplatten und TM- Records fortbesteht.

Erst nach vielen Jahren merkten nämlich einige Plattensammler, wie selten die LPs und Singles der Firma waren. Schließlich wurden hauptsächlich bei der Firma Lamping und Pallas in Diepholz nur geringe Stückzahlen gepresst. Eine Single von Maurice Gibb wurde in einer Stückzahl von 100 Exemplaren für einen Bee Gees Fanclub gepresst.

 

Einige LPs sind derzeit fast unbezahlbar geworden! Hier einige Beispiele:

Grave 600 €, Prom 450 €, Dorian Gray 200 €, Rockport 3 LPs, die jeweils 200 € kosten, Last Exit 100 €, A&M Two Generation 150 €, FIre Group (Jugoslawien) 800 € und nicht zu vergessen, die erste Single der Höhner und ein Livemitschnitt von einem Rory Gallagher -Konzert in Dortmund, der unter dem Namen Argee Bluesband veröffentlicht wurde.

Einige LPs wurden bei der Firma Garden of Delight in Bochum auf CD wiederveröffentlicht. Radar Music schrieb Musikgeschichte in den legendären 70-ziger Jahren, wo es nicht so einfach sondern aufwendig und kompliziert war, einen einzelnen Tonträger herzustellen, wie heute im Zeitalter der CDs.

Holger Heimers im Juni 2003

h.heimers(at)radar-music.de

© 2004 RADAR MUSIC



Schallplatteneinzelfertigung / Einzelschnitte in 45/33er Stereo für die Serienfertigung

 

Zeichnung von der Schneidanlage



 

Rillenabbildung in seitlicher Modulation zur Analyse



Zweikanal - Stereo-Aufzeichnung: einmal Tiefen- und einmal Breitenmodulation des Tonwertes.

 

Hobbyschneidgerät



Hobbyschneidgerät für 78er Schellackplatten

 

Abbildungen aus unserem Katalog von 1976



 

So wurden bei uns Schallplatten geschnitten!



 

Früher wurde noch tierisch gearbeitet!



 

Und dat dat Volumen hat!



 

Der Chef bei der Arbeit!



 

Wer kann`s besser!



 


 

Unser Katalog 1973



 

Unser Logo anno 1975



Handarbeit, nix Computer

 

Cover von der Twilight-Single!





 

Cover von der Twilight-Single!





 

Grave





 

Prom





 

Label



New Blood Schallplatten Helmut Jacobs und Manfred Wehrhahn besaßen drei eigene Labels und hatte ein Fremdlabel im Vertrieb: New Blood Schallplatten, Sound Record, TM-Records und Popcom (Label gehörte Rudi von der Dovenmühle). Die erste Platte erschien 1975. Da man eine Schneideanlage zur Verfügung hatte, die pö a pö erweitert und ausgebaut werden musste, konnte man die kostspieligen Einzelschnitte, die folgend in galvanischen Bädern zur Pressmatrizen-Fertigung benötigt wurden, zur Herstellung von Serienpressungen weitgehend selbst fertigen.

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